Mutter/Vater-Kind-Maßnahme - Was ist das eigentlich?

Eine Mutter/Vater-Kind-Maßnahme richtet sich an Mütter und Väter, die medizinische Vorsorge oder Rehabilitationsleistungen in Anspruch nehmen möchten und / oder müssen. Diese Leistungen können stationär erbracht werden in einer Mutter/Vater-Kind-Klinik, die über entsprechende Versorgungsverträge verfügt. Das Therapeutikum WestFehmarn verfügt sowohl über Versorgungsverträge für Vorsorge wie auch für Rehabilitation.

Im Sozialgesetzbuch 5 wird in den jeweiligen Paragraphen näher erläutert, wann eine Mutter/Vater-Kind-Maßnahme angezeigt ist.

Wichtig: Sie als PatientIn haben seit 01. April 2007 bei Vorliegen von Störungen oder Beeinträchtigungen einen Rechtsanspruch auf eine derartige Maßnahme! Mutter/Vater-Kind-Maßnahmen sind eine Plichtleistung der Krankenkassen (auch "Leistungsträger" genannt).

Die häufigsten Erkrankungen, mit denen Frauen und Männer in Erziehungsverantwortung in unsere Klinik kommen, sind

  • Erschöpfungszustände bis hin zum Burnout,

  • Erkrankungen des Bewegungsapparates (chronische Rücken- und Gelenkschmerzen),

  • Hauterkrankungen (z.B. Neurodermitis),

  • Atemwegserkrankungen (z.N. Asthma bronchiale und Infektanfälligkeit),

  • psychosomatische Erkrankungen (z.B. Depressionen, Anpassungsstörungen),

  • Adipositas (Übergewicht),

  • Allergien und

  • A.D.(H).S. des Kindes (Aufmerksamkeits Defizit Syndrom mit oder ohne Hyperaktivität).

Typisch für eine Mutter/Vater-Kind-Maßnahme ist, dass das Kind mit dabei ist: entweder als Begleitkind, weil ihm eine Trennung von den Eltern nicht zuzumuten ist, oder weil es selbst behandlungsbedürftig ist (z.B. mit Haut- oder Atemwegserkrankungen Infektanfälligkeit).

Mutter/Vater-Kind-Maßhme - Gesetzliche Grundlagen

Im Sozialgesetzbuch (SGB) 5 wird nach Vorsorge- und Rehabilitationsleistungen unterschieden.

"Medizinische Vorsorgeleistungen

(1) Versicherte haben Anspruch auf ärztliche Behandlung und Versorgung mit Arznei-, Verband-, Heil- und Hilfsmitteln, wenn diese notwendig sind,

  1. eine Schwächung der Gesundheit, die in absehbarer Zeit voraussichtlich zu einer Krankheit führen würde, zu beseitigen,

  2. einer Gefährdung der gesundheitlichen Entwicklung eines Kindes entgegenzuwirken,

  3. Krankheiten zu verhüten oder deren Verschlimmerung zu vermeiden oder

  4. Pflegebedürftigkeit zu vermeiden."

Für die Mütter und Väter gelten v.a. die Punkte 1 und 3. Diese Leistungen können stationär erbracht werden, eben in einer Mutter/Vater-Kind-Klinik wie das Therapeutikum WestFehmarn.

Sind die Auswirkungen der körperlichen und / oder psychischen Beeinträchtigungen derart ausgeprägt, dass es schwer fällt, den alltäglichen Aktivitäten nachzukommen (Haushalt, Kinderbetreuung, Beruf) oder an den üblichen sozialen Verpflichtungen teilzunehmen, so spricht man von Rehabilitation.

Bei einer Mutter/Vater-Kind-Maßnahme wird in der Vorsorge die eigentliche Störung (körperlich, psychisch) behandelt, in der Rehabilitation darüber hinaus die Auswirkungen dieser Störungen.

Die entsprechenden gesetzlichen Regelungen finden sich im SGB 5, §§ 24 und 41.

 

 

Kosten einer Mutter/Vater-Kind-Maßnahme

Die Kosten werden in der Regel von dem Leistungsträger (Krankenkasse) übernommen. Der gesetzliche Eigenanteil für eine dreiwöchigen Vorsorge- oder Rehamaßnahme für Mütter oder Mutter-Kind beträgt einheitlich 220 Euro (10 € pro Tag). Jede Erwachsene Person zahlt kalendertäglich € 10.- Eigenanteil. Bei einer Regeldauer von 21 Tagen sind dies € 220.- (An- und Abreisetage zählen separat). 

Für einkommensschwache Mütter, die eine Mütter- oder Mutter-Kind-Kurmaßnahme benötigen, gibt es die Möglichkeit der Reduzierung dieses gesetzlichen Eigenanteils.

„Schwierige finanzielle Verhältnisse dürfen Mütter nicht von einer benötigten Mütter- oder Mutter-Kind-Kurmaßnahme abhalten“, betont Anne Schilling, Geschäftsführerin des Müttergenesungswerkes (MGW) in Berlin. „Zuzahlungen zur Inanspruchnahme von Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung sind für Menschen mit geringerem Einkommen in der Höhe begrenzt. Sie können sogar durch die Zahlung eines Pauschalbetrages am Jahresanfang für das ganze Jahr abgegolten werden. Das kann Mütter bei der Durchführung ihrer Kurmaßnahme finanziell entlasten.“

Die Selbstbeteiligung an den Kosten für Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung ist gesetzlich auf zwei Prozent (1 Prozent bei chronisch Kranken) des jährlichen Bruttoeinkommens begrenzt. So würden beispielsweise Hartz IV-Bezieherinnen und Sozialhilfeempfängerinnen mit einem Kind oder mehreren Kindern am Jahresbeginn ca. 90 Euro zahlen und wären damit von sämtlichen Zuzahlungen für Gesundheitskosten im Jahresverlauf befreit – also auch vom Eigenanteil bei Kurmaßnahmen. Dies ist eine Möglichkeit der Kostenbegrenzung, die viele Krankenkassen ihren Versicherten auf Antrag einräumen.

Das Müttergenesungswerk empfiehlt Müttern deshalb, bei ihrer Krankenkasse einen Antrag zu stellen, damit eine Pauschalzahlung zu Jahresbeginn möglich ist. „Unsere Erfahrungen damit sind gut“, so Schilling weiter, „die rund 1.300 Beratungsstellen bei den Wohlfahrtsverbänden im MGW unterstützen kostenlos bei allen Fragen rund um die Kurmaßnahmen. Die BeraterInnen prüfen auch, ob eine finanzielle Unterstützung aus Spendenmitteln des Müttergenesungswerkes für diese Mütter möglich ist.“